Europas erstes Smart Grid für Blackout-sichere Autobahnmeisterei errichtet

Ein Schwerpunkt des ASFINAG-Klimaschutzprogrammes ist die Ausstattung strategisch wichtiger Standorte mit Photovoltaikanlagen und intelligenten Stromnetzen - sogenannter Smart Grids. Im Auftrag der ASFINAG AG realisierte die K.E.M. MONTAGE GMBH das erste selbst entwickelte, autarke Energiekonzept für die Autobahnmeisterei an der A2 in Klagenfurt. Mit diesem Projekt kann der österreichische Autobahnbetreiber diesen Standort rund um die Uhr mit erneuerbarer Energie versorgen, die auch im Falle eines Blackouts gewährleistet ist.

Energieversorgung 4.0

Zur Realisierung des Smart Grid in Klagenfurt wurde die bestehenden Photovoltaikanlage um zusätzliche Stromquellen wie einen Batteriespeicher und ein Notstromaggregat erweitert. Das Herzstück des Konzeptes ist das Energiemanagementsystem EMS, das in Kooperation mit unserem internationalen Partner DHYBRID Power Systems GmbH umgesetzt wurde. Hierbei erkennt die intelligente Steuerung aus welcher Stromquelle der benötigte Strom bezogen werden kann. Unterbrechungsfrei schaltet die Steuerung zwischen PV-Anlage, Batteriespeicher, Notstromaggregat oder öffentlichem Netz um. Fällt Letzteres aus – etwa bei einem Blackout – übernimmt der Batteriespeicher mit einer Kapazität von 550 kWh die Funktion als Spannungsquelle für den Wechselrichter. Damit können die 702 PV-Module mit mehr als 1.100 Quadratmeter Fläche und einer Spitzenleistung von 220 kWp (entspricht dem Strombedarf von 30 Einfamilienhäusern) weiter genügend Strom für die Autobahnmeisterei, der Verkehrsmanagement-Zentrale und den drei jeweils bis zu 70 kW starken Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge liefern.

Hohe Kundenzufriedenheit

Dank der langjährigen Kompetenz unserer Mitarbeiter und Partner konnte das Projekt im laufenden Betrieb der Autobahnmeisterei zur vollsten Zufriedenheit unseres Auftraggebers umgesetzt werden. Wobei die gesamte Implementierung des Energiemanagementsystems und der dafür notwendigen Ein- und Umbauten samt Testbetrieb in rekordverdächtigen drei Monaten erfolgte. Dies beeindruckte auch Ing. René List, den zuständigen Abteilungsleiter für elektrotechnische und maschinelle Ausrüstung der ASFINAG AG: „Für uns war der energieautarke Ausbau der Autobahnmeisterei Klagenfurt ein wichtiger Schritt in unserer ASFINAG-Nachhaltigkeitsstrategie. Mit der K.E.M. MONTAGE GMBH als Generalunternehmer wurde das Projekt durch ein Unternehmen mit langjähriger Erfahrung realisiert, was im Sinne einer qualitativ hochwertigen Lösung sehr wichtig war. Es beeindruckte mich, dass im neu geschaffenen K.E.M.-Geschäftsbereich zu nachhaltigen Energielösungen bereits sehr gutes Know-How aufgebaut und erfahrene Partnerfirmen gefunden wurden.

Zukunftssichere Lösung für alle Branchen

Im Rahmen der Besichtigung der Anlage durch Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Leonore Gewessler, BA,  am 15. Februar 2021, wurde das Leuchtturmprojekt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei handelt es sich um eine innovative Lösung, die sich auch für Kommunen, Gewerbe- und Industriebetriebe anbietet, um das ehrgeizige Klimaziel zur Reduktion der Emissionswerte bis 2030 zu erreichen. Seit Errichtung der PV-Anlage in der ABM Klagenfurt im April 2020 konnten bereits über 130 Tonnen CO2 eingespart werden. Mit unserer EMS-Lösung sollen es jährlich 160 Tonnen CO2 sein.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, brachte die K.E.M. MONTAGE GMBH als Gesamtanbieter im Bereich erneuerbare Energien umfassendes Know How ein. Denn der Aufgabenbereich reichte von Planung, Ausführung und Montage bis zur Inbetriebnahme samt Testbetrieb der elektrischen Anlagen inkl.

  • Neubau der Niederspannungs-Hauptverteilung und Trafostation,
  • Erweiterung der Ladeinfrastruktur von einer auf drei Schnellladesäulen,
  • Wechselrichter,
  • Batteriesteuerung,
  • Notstrom-Dieselaggregat,
  • sämtliche Klima- und sicherheitstechnischen Gewerke,
  • Komponenten (Sensoren, Aktoren, ...),
  • Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes,
  • Einbindung der Verkehrsmanagementzentrale,
  • Einbindung der bestehenden PV-Anlage,
  • Einbindung der bestehenden USV-Anlage

Dass wir mit diesem Projekt nachhaltig zur Versorgungssicherheit und Energiewende in Österreich beitragen durften, bestätigt unseren Einsatz für nachhaltige Technologien, der unser unternehmerisches Handeln auch zukünftig bestimmen wird“, resümiert Geschäftsführer Dipl.-Bw. Augustin Scheer, MBA.